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Blog
Expertenwissen rund um Baumängel
Gemeinsam Ärmel hochkrempeln und gegen Baumängel ankämpfen


Hau nicht einfach kopflos PV- Module aufs Dach!!
🔆 Photovoltaik auf dem Steildach. Neigung im Grenzbereich. Und plötzlich ist das Unterdach überfordert. Kein Einzelfall. Ich sehe es in der Gutachterpraxis immer häufiger: PV-Indachsysteme werden auf Steildächern mit minimaler Neigung installiert – und niemand hat vorher die Gesamtbetrachtung gemacht. Hauptsach wir machen mit bei der Grünen Welle! → Die Systemfreigabe des Herstellers gilt für Laborverhältnisse – kleine Prüfflächen, keine Einbauten, optimale Bedingungen. → In

René Graf
16. Apr.1 Min. Lesezeit
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🪵 Holz verrottet nicht einfach so....
Holz verrottet, weil die falschen Entscheide getroffen werden. In meiner Gutachterpraxis sehe ich es regelmässig: Holzkonstruktionen, die nach 5 bis 10 Jahren versagen – nicht wegen schlechter Materialqualität, sondern wegen fehlender oder falsch geplanter Holzschutzstrategie. Die Lignum-Systematik zeigt, wie es geht: → Gebrauchsklassen GK 0–4 definieren die Beanspruchung. Wer nicht weiss, in welcher Klasse sein Bauteil liegt, kann keinen wirksamen Schutz planen. GK 0 bedeut

René Graf
13. Apr.2 Min. Lesezeit
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Schimmel im Neubau – obwohl die Berechnung keinen Befall zeigte.
🔍 Ein Fall aus meiner Gutachterpraxis, der zeigt, warum Rechnung und Realität auseinanderfallen können. Das Objekt: ein neueres Mehrfamilienhaus. Der Befund: Schimmelsporen im Deckputz der Innenecken. Der erste Blick auf die Zahlen war verblüffend. → U-Wert: 0,173 W/(m²K) – rechnerisch einwandfrei → Isothermenberechnung: minimale Innenoberflächentemperatur ~18 °C → Diffusionstechnische Bewertung nach DIN 4108-3: zulässig Die Konstruktion hätte schimmelfrei sein müssen. War s

René Graf
31. März2 Min. Lesezeit
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Fenster dicht – das hat der Unternehmer versichert.
Die Messung sagte etwas anderes. Holzfeuchte bis 18,5 % im Innenfalz – in einem Bereich, wo nachweislich keine Feuchtigkeit auftreten darf. Der zulässige Wert liegt bei maximal 11 %. Das ist keine Toleranzüberschreitung. Das ist ein Wert, der auf systematisches Versagen hinweist. Der Standort: exponierte Lage, über 1'700 m ü. M. Wind, Föhneinfluss, Böenspitzen bis 100 km/h. Die SIA 331 ist in diesem Fall eindeutig: → Windlastklasse B5 gemäss SN EN 12210 → Schlagregendichtheit

René Graf
31. März1 Min. Lesezeit
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«Klimabeton». Klingt gut.
Was passiert, wenn niemand den Verarbeiter informiert — zeigt der Schadensfall. Die Bauindustrie stellt um. Klinkerreduzierte Zemente, REA-Gips-Alternativen, Recyclingzuschläge in Spachtelmassen. Alles Teil des notwendigen Wegs zur CO-Neutralität bis 2050. So weit so gut. Aber was mich als Baugutachter zunehmend beschäftigt: Diese veränderten Baustoffe haben andere Eigenschaften als die, die Verarbeiter seit Jahrzehnten kennen. Und die Kommunikation seitens der Hersteller ist

René Graf
31. März1 Min. Lesezeit
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Ein Mangel ist eine Abweichung vom Sollzustand.
Klingt einfach. Ist es nicht. Denn die eigentliche Frage lautet: Was ist der Sollzustand — wenn kein Regelwerk greift, keine Vereinbarung getroffen wurde und der Unternehmer auf «das machen wir immer so» besteht? Genau dort beginnt die eigentliche Gutachterarbeit. In meiner Praxis begegne ich solchen Fällen ständig: Putzablösungen, bei denen die Druckfestigkeit im Labor nicht messbar ist. Farbabweichungen, für die keine Normgrenzwerte existieren. Haftzug bei harten Belägen oh

René Graf
31. März1 Min. Lesezeit
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VAWD hält 50 Jahre. Aber nur, wenn man es lässt....
Das Fraunhofer Institut für Bauphysik hat VAWD-Systeme über Jahrzehnte begleitet — Objekte aus den 1970er-Jahren bis heute. Das Ergebnis ist bemerkenswert klar: Die meisten Systeme aus den 1970er-Jahren sind nach über 40 Jahren praktisch schadensfrei. Kein übermässiger Algenbewuchs, kein strukturelles Versagen, minimaler Instandhaltungsaufwand. Was mir als Baugutachter dabei besonders auffällt: Die Systeme, die versagen, tun es fast nie aufgrund des Materials — sondern aufgru

René Graf
31. März1 Min. Lesezeit
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«Wasserabweisend» steht drauf.
Ob das auch drin ist — das ist die eigentliche Frage. In meiner Gutachtertätigkeit an VAWD-Fassaden stösst man schnell auf einen Widerspruch: Der Hersteller deklariert den Putz als wasserabweisend. Der Schaden zeigt Durchfeuchtung. Wer hat Recht? Das Problem liegt im Prüfverfahren. Es gibt zwei anerkannte Normmethoden zur Messung der kapillaren Wasseraufnahme — und sie liefern Werte, die sich nicht direkt vergleichen lassen. DIN EN ISO 15148 misst über 24 Stunden an der tatsä

René Graf
31. März1 Min. Lesezeit
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Das ist doch nur optisch...
«Das ist doch nur optisch.» Dieser Satz hat mich schon oft fast auf die Palme gebracht. Denn «nur optisch» bedeutet nicht «kein Mangel». Es bedeutet: Die Bewertung ist schwieriger — und genau deshalb entscheidend. In meiner Gutachtertätigkeit an Fassaden aus Putz und Sichtmauerwerk erlebe ich es regelmässig: Farbunterschiede, Strukturabweichungen, Gerüstlöcher. Scheinbar harmlos. Aber ab wann ist eine Abweichung eine zu akzeptierende Bagatelle — und ab wann besteht ein Anspr

René Graf
31. März1 Min. Lesezeit
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Weisse Wanne, aber welche Dichtigkeitsklasse?
Das Schweigen in der Nutzungsvereinbarung kostet Bauherren viel Geld. In der Praxis erlebe ich es regelmässig: Eine Weisse Wanne (WDB) wird geplant und ausgeführt — aber die Dichtigkeitsklasse nach SIA 272 wurde nie schriftlich vereinbart. Was die Norm verlangt: In der Nutzungsvereinbarung legt der Bauherr und der Projektverfasser die Anforderungen an die Dichtigkeit eines Bauwerks oder Bauteils fest. Dazu werden die Dichtigkeitsklassen verwendet, wie sie z.B. in der SIA-Nor

René Graf
25. März1 Min. Lesezeit
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Undicht trotz normgerechter Abdichtung...
🪨 Kiesstreifen am Sockel – eine unterschätzte Schadensursache Letzte Woche: Begutachtung eines Mehrfamilienhauses. Sockelfeuchtigkeit, durchnässte Innenwände im Erdgeschoss, Putzschäden über mehrere Geschosse. Der erste Blick ins Protokoll: Abdichtung nach SIA 271 ausgeführt, alles korrekt dokumentiert. Trotzdem Schäden. Ursache nach eingehender Analyse: ein einfacher Kiesstreifen entlang der Fassade. Klingt harmlos. Ist es nicht. ⚠️ Was in der Praxis systematisch unterschät

René Graf
25. März2 Min. Lesezeit
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🏗️ Dachmangel: Bagatelle oder die Spitze des Eisbergs?
Kleine Auffälligkeit an der Dachhaut – grosser Schaden darunter. Genau das zeigt ein aktueller Fall aus meiner Gutachtertätigkeit: Ein Flachdach mit falschen Schichtaufbauten, ohne Überdämmung und ungenügendem Schutz der Abdichtung. Die Bauteilöffnung offenbarte das eigentliche Ausmass: Die Holzkonstruktion und die Dachschalung waren durch lang andauernde Durchfeuchtung bis zur Moderfäule geschädigt. Standsicherheit der Holzkonstruktion und wirksame Wind-/Sogsicherung der Da

René Graf
10. März1 Min. Lesezeit
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Beweissicherung 2.0
🔍 Beweissicherung 2.0 – so dokumentiere ich als Gutachter heute Baumängel Was ihr hier seht, ist kein Kunstobjekt – sondern ein 3D-Scan eines Putzmusters , das ich als Sachverständiger zur Beweissicherung erstellt habe. Warum das ein Gamechanger ist: ✅ Kein Lageraufwand – physische Putzmuster müssen nicht mehr jahrelang eingelagert werden ✅ Reproduzierbarkeit – das Objekt ist millimetergenau digital erhalten, inklusive Massangaben (hier: Stärken von 1.83 bis 2.07 mm, Länge

René Graf
9. März1 Min. Lesezeit
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